THC: Wirkung, Potential & Nachweis (Vergleich zu CBD)

THC vs CBD

THC: Wir haben das bekannteste Cannabinoid der Hanfpflanze unter die Lupe genommen. Darüber hinaus vergleichen wir THC und CBD und erklären, welche Vorteile Cannabidiol gegenüber Tetrahydrocannabinol hat.

Hinweis: THC ist in Deutschland eine illegale Substanz. Der Konsum kann zu bleibenden Schäden im Gehirn führen. Zudem besteht die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit.

Was ist THC?

THC (Tetrahydrocannabinol) ist eine Substanz, die zu den Cannabinoiden gehört und in der Natur vor allem in der weiblichen Hanfpflanze (Cannabis) vorkommt. Sie ist für die berauschende Wirkung von Marihuana hauptverantwortlich.

Ursprünglich liegt die Substanz in der Pflanze als Säure vor (THCa bzw. THC-COOH). Erst durch erhitzen und/oder UV-Strahlung kann die Säure in THC umgewandelt werden. Diesen Umwandlungsprozess nennt man Decarboxylierung.

THC Formel / Strukturformel

Die chemische Summenformel von THC lautet: C21H30O2. So sieht die Strukturformel des THC-Moleküls aus:

THC Strukturformel (Chemie), chemische Struktur, Grafik

THC Gehalt in Cannabis

ⓘ  Der THC-Gehalt von “Gras” variiert und ist zum Beispiel abhängig von der jeweiligen Sorte bzw. Züchtung.

In der Regel schwankt der THC-Gehalt von regulär angebautem Hanf zwischen 5% und 8%. Unter bestimmten Bedingungen und spezialisierten Züchtungen sind allerdings weit höhere Werte möglich (bis zu 25% bis maximal 30%).

Je nach Züchtung können jedoch auch sehr niedrige Werte erreicht werden. Im Gegensatz zu den weiblichen Pflanzen enthalten zum Beispiel die männlichen Pflanzen von Natur aus sehr viel weniger THC. Darüber hinaus gibt es auch Cannabis ohne THC (zumindest in nicht erwähnenswerter Menge).

Für die Herstellung von CBD-Produkten dürfen die verwendeten Pflanzen beispielsweise nur einen THC-Gehalt von maximal 0,2% aufweisen.

Ist THC legal?

ⓘ  Nein, THC ist in Deutschland nicht legal.

In der Anlage II des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) wird Tetrahydrocannabinol als verkehrsfähige, aber nicht verschreibungsfähige Substanz aufgeführt.

Aus diesem Grund ist auch der Konsum und Handel mit Marihuana illegal bzw. strafbar (weitere Informationen).

Medizinisches Cannabis

Seit dem 10. März 2017 können Patienten in der Apotheke Cannabisblüten auf Rezept erhalten. Die Kosten können dabei sogar von der Krankenkasse übernommen werden. Je nach Erkrankung werden die Blüten mit einem unterschiedlichen THC- und CBD-Gehalt verschrieben.

Damit der Arzt Cannabis verschreiben kann, müssen allerdings zunächst zwei Bedingungen erfüllt sein:

  1. es liegt eine schwerwiegende Krankheit vor
  2. der Arzt geht davon aus, dass der Einsatz von Cannabis zum Therapieerfolg beiträgt

Trotz der Gesetzesänderung halten sich weiterhin viele Ärzte mit dem Verschreiben von Cannabis zurück. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die gesetzliche Änderung bezüglich der Verschreibung noch sehr neu ist und der Umgang mit Cannabis auch für die meisten Ärzte Neuland ist.

Zu diesem Thema hat das Portal leafly.de ein lesenswertes Interview mit einem Arzt geführt.

Länder, in denen medizinisches Cannabis verschrieben werden kann (Auswahl)


Italien, Polen, Portugal, Großbritannien, Australien, Brasilien, Argentinien, Chile, Kanada und einige Bundesstaaten der USA. Alle Länder und Bundesstaaten ansehen.

THC vs. CBD

CBD (Cannabidiol) gehört zwar auch zur Gruppe der Cannabinoide, besitzt im Gegenteil zu THC aber keine psychotrope Wirkung. Bis vor kurzem wurde vermutet, dass CBD die typischen Eigenschaften von THC eindämmen kann. Neueren Untersuchungen zufolge soll CBD die Wirkung nun sogar verstärken können.

Insgesamt sind in der Hanfpflanze über 100 verschiedene Cannabinoide enthalten. THC und CBD können dabei die stärksten Effekten auf den menschlichen Körper entfalten. In der Natur enthalten die Blüten der weiblichen Hanfpflanze durchschnittliche ca. 6% – 8% CBD.

Auch CBD liegt in der Pflanze zunächst als Säure vor (CBDa).

Die potentielle Wirkung von CBD

Um ihre Eigenschaften entfalten zu können, sind sowohl THC als auch CBD auf das körpereigene Endocannabinoid-System (ECS) angewiesen. Es ist Teil des Nervensystems und dadurch an sehr wichtigen Prozessen in unserem Organismus beteiligt.

Die Cannabinoide binden an die beiden bisher bekannten Rezeptoren (CB1 und CB2) des ECS. Diese Rezeptoren sitzen sowohl in Zellen des Immunsystems, des Nervensystems und auch im Darm und im Gehirn.

Diese Signale werden über die beiden Rezeptoren (CB1 / CB2) vermittelt:

  • Schmerzhemmung
  • vermehrter Appetit
  • neuroprotektive Eigenschaften
  • Verdrängung unangenehmer Erinnerungen
  • Angstminderung
  • positive Auswirkungen auf den Verlauf von Alzheimer (Demenz)
  • entzündungshemmend (antiinflammatorisch)

Bei den genannten Eigenschaften handelt es sich allerdings meist um Vermutungen, die bisher nur teilweise oder gar nicht wissenschaftlich belegt werden konnten. Allerdings gibt es von Anwendern sehr viele Erfahrungen mit CBD-Öl, die der Eigenschaften bestätigen können.

Die chemische Struktur im Vergleich

Der chemische Aufbau des CBD-Moleküls ähnelt dem des THC-Moleküls. Die Summenformel ist identisch mit der von THC (C21H30O2). Die Moleküle unterscheiden sich allerdings in ihrer räumlichen Struktur.

THC und CBD Strukturformel (Chemie) Vergleich, Grafik

CBD Öl mit oder ohne THC?

ⓘ  Die meisten CBD-Öle enthalten einen geringen (ungefährlichen) Anteil an THC. Alternativ wird vereinzelt auch CBD-Öl ohne THC angeboten.

Die Hanfpflanzen, die für die Produktion von CBD-Produkten verwendet werden, dürfen einen THC-Anteil von 0,2% aufweisen. Dadurch enthalten auch die Endprodukte einen gewissen THC-Gehalt auf. Allerdings darf der Grenzwert von 0,150 mg/kg nicht überschritten werden. Dieser Grenzwert wurde vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) so gewählt, dass ein Rausch definitiv auszuschließen ist.

In der Regel enthält CBD Öl also nur eine verschwindend geringe Menge an Tetrahydrocannabinol. Keine Sorge: Das reicht bei weitem nicht aus, um “high” zu werden bzw. einen Rausch zu erleben. Da einige Verbraucher aber dennoch kein THC zu sich nehmen möchten, werden vereinzelt auch CBD Öle ohne THC (THC-frei) angeboten.

Verwechslungsgefahr (0,2% / 0,150 mg/kg)


Oft wird behauptet, dass CBD-Erzeugnisse (CBD-Öl, CBD-Kapseln etc.) nur maximal 0,2% THC enthalten dürfen. Dies ist jedoch nicht ganz richtig: Die 0,2% beziehen sich lediglich auf die Hanfpflanzen, die zur Produktion von CBD-Produkten verwendet werden. Für die Endprodukte/Erzeugnisse gilt der oben bereits genannte Grenzwert von 0,150 mg/kg.

Ist CBD legal?

ⓘ  Ja, CBD ist legal in Deutschland.

Solange die beiden Bedingungen (1. Hanfpflanzen mit weniger als 0,2% THC / 2. Endprodukt mit weniger als 0,150 mg/kg THC) erfüllt sind, handelt es sich um ein vollkommen legales Produkt, das Du kaufen und konsumieren darfst.

Weitere Informationen zu diesem Thema: Ist CBD legal? – Die aktuelle Lage zu Cannabidiol in Deutschland

Hinweis: Die rechtliche Lage von CBD unterscheidet sich in Europa und dem Rest der Welt von Land zu Land. Bitte informiere Dich deshalb vor dem Urlaub bzw. vor einer Reise über die rechtliche Situation im jeweiligen Land.

THC: Wirkung

Wie bereits erwähnt, bindet auch THC an die Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems (insb. an den CB1-Rezeptor). Dadurch werden gewisse Signalübertragungen innerhalb des zentralen sowie peripheren Nervensystem gestört bzw. beeinflusst.

Bekannt ist THC vor allem für den Rausch, den man nach dem Konsum von Marihuana erlebt. Meist wird Marihuana ähnlich wie Tabak geraucht (Joint).

Das sind die Symptome eines Cannabis-Rauschs:

  • veränderte Wahrnehmung (Farben, Musik, Zeitgefühl)
  • euphorische Stimmung
  • gedrückte, traurige bis depressive Stimmung
  • allgemeine Entspannung
  • Ängste / Panik
  • intensivere Wahrnehmung von Gefühlen

Neben dem Rauschzustand hat THC noch weitere Wirkungen, die aus therapeutischer und/oder medizinischer Sicht vielversprechend sein könnten:

  • Linderung von Schmerzen
  • Linderung von Übelkeit (antiemetische Wirkung)
  • appetitanregend
  • Linderung von Schlafstörungen
  • Linderung von spastischen Muskelbewegungen
  • Hemmung der Ausbreitung von Krebszellen

Auch hier konnten die meisten genannten Effekte wissenschaftlich noch nicht eindeutig belegt werden. Oft ist die Studienlage noch sehr dünn und somit aus wissenschaftlicher Sicht nicht valide.

THC in der Schwangerschaft

ⓘ  ACHTUNG! – Vom Konsum von THC ist während der Schwangerschaft dringend abzuraten!

THC wird über den Mutterkuchen (Plazenta) auch an den Fötus weitergegeben. In der Entwicklungsphase des Gehirns kann THC bleibende Schäden hinsichtlich des Denk- und Lernvermögens verursachen. Darüber hinaus kann das Kind auch Schädigungen in der Motorik davontragen.

Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte und niedergelassener Frauenarzt, erklärt:

“Es gibt sehr deutliche Hinweise darauf, dass sich die Funktionsweise des kindlichen Gehirns dauerhaft verändert, wenn die Mutter während der Schwangerschaft Cannabis konsumiert hat […]. Die Veränderungen des Gehirns ließen sich in einer großen Studie aus den Niederlanden sogar noch bei sechsjährigen Kindern im MRT feststellen.”[1]

THC gegen Krebs

ⓘ  THC (und CBD) könnten gegen Krebs helfen. Allerdings fehlen bislang eindeutige wissenschaftliche Belege.

Immer wieder liest man, dass Cannabis mithilfe der Cannabinoide Krebs heilen könnte. Konkret soll sowohl THC als auch CBD gegen Krebs helfen. Zwar gibt es einige Studien, die andeuten, dass beide Cannabinoide das Wachstum bzw. die Ausbreitung der Krebszellen hemmen könnten.

Allerdings wurden diese Studien unter Laborbedingungen durchgeführt. Das Verhalten der Cannabinoide im Labor kann jedoch nicht 1:1 mit dem Verhalten im menschlichen Körper gleichgesetzt werden.

Fazit zum Thema Krebs: Es besteht durchaus Hoffnung, dass Cannabis in Form der Cannabinoide THC und CBD Einfluss auf das Wachstum der Krebszellen nehmen kann. Aus wissenschaftlicher Perspektive fehlen dazu allerdings noch die Belege.

Wie lange ist THC nachweisbar? (Tabelle)

ⓘ  Wie lange THC nachweisbar ist, hängt von der Regelmäßigkeit des Konsums und der Test-Methode ab.

Der Konsum von Cannabis kann durch bestimmte Tests nachgewiesen werden. Dabei können je nach Situation Schnelltests (Teststreifen) sowie aufwendige Labormethoden (z.B. Gaschromatographie-Massenspektrometrie) zum Einsatz kommen.

THC kann sowohl im Urin als auch im Blut und auch in den Haaren nachgewiesen werden. Wie lange der Konsum nachweisbar ist, hängt davon ab, wie viel und wie regelmäßig konsumiert wird.

Die verschiedenen Testmethoden im Vergleich:

 Wie lange kann THC nachgewiesen werden?
im Urin
  • regelmäßiger Konsum: mehrere Wochen
  • einmaliger Konsum ca. 6 Tage
im Blut
  • regelmäßiger Konsum: mehrere Wochen
  • einmaliger Konsum ca. 2 Tage
im Haarje nach Haarlänge unterschiedlich; theoretisch über mehrere Jahre nachweisbar
 

THC Abbau

ⓘ  THC wird vom Körper nach dem Konsum relativ schnell in THC-Carbonsäure umgewandelt (der Prozess nennt sich Metabolisierung).

Wenige Stunden nach dem Konsum ist die eigentlich Substanz also nicht mehr nachweisbar, dafür aber die sogenannten Metabolite. Diese haben eine recht lange Halbwertszeit, weshalb der Marihuana-Konsum mitunter sehr lange nachgewiesen werden kann.

Fazit

THC ist nach dem Betäubungsmittelgesetz eine illegale psychotrope Substanz. Ihr Konsum kann insbesondere in jungen Jahren bleibende Schäden im Gehirn hinterlassen. Auch während der Schwangerschaft sollte auf keinen Fall THC konsumiert werden.

Schaut man sich THC und CBD im Vergleich an, wird klar: CBD kann vielversprechende Eigenschaften auf Körper und Geist haben, die bereits vielen Menschen geholfen haben.

Darüber hinaus bietet CBD gegenüber THC drei sehr große Vorteile:

  1. es ist in Deutschland legal
  2. es macht nicht süchtig oder abhängig
  3. es wird kein Rausch erzeugt


Weiterführende Informationen zum Thema Cannabis


Wenn Du Dein Wissen zum Thema Cannabis und den Inhaltsstoffen vertiefen möchtest, empfehlen wir Dir eine Publikation, die vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert wurde: Cannabis – Potenzial und Risiko. Darüber hinaus stellt das Bundesministerium eine kurze und gut aufbereitete Broschüre zu diesem Thema zur Verfügung: Wie wirken Cannabis und Cannabinoide im Gehirn und Körper?

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  • ✔ Fakten
  • ✔ Studien
  • ✔ Erfahrungsberichte
Axel Hesse ist der Gründer von TRAUMTROPFEN. Nach Abschluss des Masterstudiengangs “Economics” an der Universität Lüneburg war er an der Gründung zahlreicher erfolgreicher Unternehmen beteiligt. Im Jahr 2018 wurde er auf CBD aufmerksam und konnte sich von den positiven Eigenschaften am eigenen Leib überzeugen. Durch den engen Austausch mit Lieferanten, Herstellern und diversen Fachleuten entwickelte er sich in den letzten zwei Jahren zu einem echten CBD-Experten. Sein Wissen und seine Erfahrungen teilt er nun in Form von Videos & Beiträgen wie diesem. Mehr über Axel.

[1] äin-red / Dr. Albring: Cannabis verändert das Gehirn des Embryos – Frauenärzte warnen vor Cannabis in der Schwangerschaft; 25.06.2019; https://www.frauenaerzte-im-netz.de/aktuelles/meldung/cannabis-veraendert-das-gehirn-des-embryos-frauenaerzte-warnen-vor-cannabis-in-der-schwangerschaft/ (abgerufen: 06.02.2020)

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